„Dem Spieler folgend“ – Vortrag beim Symposium für Videospiele

Beim diesjährigen Symposium des Zentrums für Musikwissenschaft an der HMT Leipzig durfte ich zum Thema: "Dem Spieler folgend – Monkey Island 2: LeChuck's Revenge und der Beginn der nichtlinearen Videospielmusik“ referieren.
Es gab viele spannende Beiträge und für das Frühjahr 2017 ist zudem eine Publikation der Vorträge geplant. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.
Hier der Abstract zum Vortrag:

- Abstract -
Seit ihrer Entstehung hat sich die Videospielmusik rasant entwickelt. Zunächst eingeschränkt durch technische Limitierung wie etwa ein geringer Arbeitsspeicher oder andere Hardwaredefizite, wurden die musikalischen Möglichkeiten im Zuge der technischen Neuerungen vielfältig.
Handlungsbasierten Videospielen, wie beispielsweise Rollen-oder Adventure-Spielen, liegt eine nichtlineare Erzählstruktur zu Grunde. Dabei müssen vom Spieler einige Schlüsselentscheidungen getroffen werden, die den Spielverlauf grundlegend ändern. Für die Musik in einem handlungsbasierten Spiel ist ein starker Fokus auf die Handlungsverläufe notwendig, da sich, einhergehend mit den Entscheidungen des Spielers, grundlegende Charaktereigenschaften der gesteuerten Person, Beziehungen mit anderen Spielcharakteren oder auch die Schauplätze des Spiels ändern. All das kann Auswirkungen auf die Atmosphäre haben, die mitunter durch die Musik vermittelt wird.
Wie wird nun bei der kompositorischen Konzeption nichtlinearer Videospielmusik vorgegangen? Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge (1991) kann als wegweisend für die spätere adaptive Spielemusik betrachtet werden. Der Vortrag soll durch Analyse des Musik-Handlung-Verhältnisses in dem zweiten Spiel der Monkey Island-Serie Aufschluss über die Funktionsweise früherer adaptiver Spielemusik und deren Kompositionstechniken geben.